KI-Kennzeichnung im Interface: So gestaltest du Hinweise nach dem AI Act

-

Patrick Hupka

KI-Kennzeichnung für Chatbot, KI-Text und Deepfake: Was seit August 2026 Pflicht ist und wie der Hinweis klar und barrierefrei wird.

Illustration: eine große Sprechblase mit einem Etikett an der oberen Ecke.

Unter dem Eingabefeld steht in hellgrauer Mini-Schrift: „Agent is AI and can make mistakes.“ So sieht die KI-Kennzeichnung gerade in vielen Tools aus. Seit dem 2. August 2026 ist genau diese Stelle Teil einer Pflicht. Der AI Act verlangt, dass der Hinweis klar erkennbar und barrierefrei ist.

Ob deine KI-Kennzeichnung ausreicht, entscheidet sich im Interface. Unten findest du Regeln und Beispiele aus echten Produkten und eine Checkliste für barrierefreie Hinweise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben, und Deepfakes sowie KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse brauchen ein sichtbares Label.

  • Der Hinweis muss spätestens beim ersten Kontakt kommen, klar erkennbar und barrierefrei sein.

  • Die EU-Kommission stellt drei freie Icons für KI-Inhalte bereit.

  • Für die maschinenlesbare Markierung generierter Inhalte haben Systeme, die schon vor August auf dem Markt waren, Zeit bis zum 2. Dezember 2026.

Ein Satz in den AGB reicht also nicht mehr. Der Hinweis gehört an die Stelle, an der Nutzer zum ersten Mal mit der KI oder ihrem Ergebnis in Kontakt kommen, als Text, den auch ein Screenreader vorliest.

Was verlangt der AI Act seit August 2026?

Artikel 50 regelt vier Fälle. Für die meisten SaaS-Produkte sind die ersten beiden relevant.

Fall

Wer ist zuständig

Was ist Pflicht

Seit wann

KI-System spricht direkt mit Menschen (Chatbot, Assistent, Voice-Bot)

Anbieter

Menschen müssen erfahren, dass sie mit einer KI interagieren.

2. August 2026

System erzeugt Bilder, Audio, Video oder Text

Anbieter

Ergebnisse maschinenlesbar als KI-erzeugt markieren

2. August 2026, für Bestandssysteme bis 2. Dezember 2026

Deepfakes

Betreiber

Sichtbar kennzeichnen, dass Inhalte künstlich erzeugt oder verändert wurden

2. August 2026

KI-Text, der veröffentlicht wird, um über Themen von öffentlichem Interesse zu informieren

Betreiber

Sichtbar kennzeichnen, außer der Text wurde menschlich geprüft und jemand trägt die redaktionelle Verantwortung

2. August 2026

Ein Deepfake ist ein Bild, ein Video oder eine Audiodatei, die echten Personen, Orten oder Ereignissen ähnelt und fälschlich echt wirken kann.

Laut Artikel 50 Absatz 5 muss die Information „clear and distinguishable“ sein, spätestens bei der ersten Interaktion kommen und den geltenden Anforderungen an Barrierefreiheit entsprechen. Bei Verstößen gegen Artikel 50 drohen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Der Digital Omnibus, seit dem 27. Juli 2026 in Kraft, hat Hochrisiko-Pflichten verschoben, die Transparenzpflichten aber nicht (FGS).

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Er beschreibt den Stand Oktober 2026 und konzentriert sich darauf, wie du die Pflichten im Interface umsetzt.

Muss dein SaaS-Produkt KI kennzeichnen?

Drei Fragen helfen bei der ersten Einordnung:

  1. Spricht dein System direkt mit Menschen, zum Beispiel als Chat, Assistent oder Telefonbot?

  2. Erzeugt es Inhalte, die veröffentlicht oder an andere weitergegeben werden?

  3. Ist für eine aufmerksame Person ohnehin klar, dass sie mit einer KI zu tun hat?

Wenn du Frage 1 mit Ja beantwortest, brauchst du fast immer einen Hinweis. Das gilt auch im B2B-Umfeld. Laut FAQ der EU-Kommission betrifft die Pflicht „consumers, professionals or other users“. Systeme, die nur im Hintergrund oder zwischen Maschinen arbeiten, fallen nicht darunter.

Der AI Act unterscheidet zwei Rollen. Anbieter ist, wer ein KI-System entwickelt oder entwickeln lässt und unter eigenem Namen auf den Markt bringt. Betreiber ist, wer ein KI-System beruflich in eigener Verantwortung einsetzt. Wenn du einen fertigen Chatbot einkaufst und auf deiner Website einbindest, verlass dich nicht darauf, dass der Anbieter den Hinweis schon richtig gelöst hat. Prüf ihn selbst in deinem Interface.

Offen ist, wie die Rollen verteilt sind, wenn du ein Sprachmodell per API in dein eigenes Produkt einbaust. Die FAQ der Kommission trennt zwar zwischen System und Modell, klärt diese Konstellation aber nicht ausdrücklich. Wenn das auf dich zutrifft, lohnt sich ein Blick in die Leitlinien der Kommission oder eine kurze rechtliche Prüfung.

„Unser Bot ist doch offensichtlich eine KI.“ Das hört man oft. Die Kommission legt diese Ausnahme aber ausdrücklich eng aus. Ein Assistent mit Menschennamen und Avatar im Support-Chat ist für viele Nutzer eben nicht offensichtlich eine Maschine.

Und was ist mit der KI-Zusammenfassung in deinem internen Projekttool? Sie fällt nicht automatisch unter Artikel 50. Kennzeichnen solltest du sie trotzdem. Wer weiß, dass eine Zusammenfassung von der KI stammt, prüft sie anders als einen Text vom Kollegen. Mehr dazu, wie du KI-Funktionen verständlich machst, steht im Artikel KI-Icons richtig einsetzen.

Wo gehört der Hinweis im Chatbot hin?

Der Hinweis muss laut Kommission „from the start of the first interaction“ da sein. Also vor oder mit der ersten Antwort, nicht erst nach drei Nachrichten und nicht im Footer der Website. In den meisten Fällen reicht ein deutlicher Hinweis zu Beginn. Bei Themen wie Gesundheit oder Finanzen und bei besonders schutzbedürftigen Nutzern empfehlen die Leitlinien zusätzliche Erinnerungen (McCann FitzGerald).

Ein paar Bausteine, die du anpassen kannst:

Startscreen: „Du schreibst mit Mila, unserem KI-Assistenten. Wenn du lieber mit unserem Team sprechen möchtest, schreib einfach ‚Mensch‘.“

Kopfzeile des Chats: „Mila · KI-Assistent“ als dauerhaftes Label neben dem Namen

Voice-Bot: „Hallo, hier spricht der digitale Assistent von [Firma]. Ich bin eine KI.“ als erster Satz, bevor der Bot nach dem Anliegen fragt

Ein paar echte Produkte zeigen, wie unterschiedlich das aussehen kann. Die Beispiele stammen aus der Screen-Sammlung von Mobbin. Die Aufnahmen können älter sein als der aktuelle Stand der Produkte.

  • PayPal schreibt im Kopf des Assistenten-Fensters „I’m powered by generative AI“, darunter folgt ein Hinweis zur Verarbeitung personenbezogener Daten. Beides steht da, bevor die erste Nachricht kommt.

  • WhatsApp zeigt im Support-Chat oben einen Systemhinweis, dass Nachrichten von KI erzeugt sein können. Zusätzlich trägt jede KI-Antwort ein kleines „AI“-Tag. Der Hinweis bleibt also auch dann sichtbar, wenn jemand weiter oben im Verlauf einsteigt.

  • Deel nennt auf dem Startscreen den „24/7 AI assistant“ und sagt gleich dazu, dass er bei Bedarf an einen Menschen weiterleitet.

Die Leitlinien warnen vor Banner-Blindheit (McCann FitzGerald). Ein dritter Banner über dem Chatfenster wird genauso weggeklickt wie die Cookie-Meldung. Besser funktioniert der Hinweis dort, wo das Auge ohnehin hinschaut: im Namen des Assistenten, in der ersten Nachricht, direkt an der Antwort.

Die Grafik zeigt zweimal dasselbe Chatfenster mit demselben Hinweis „KI-Assistent“: links klein unter dem Eingabefeld, rechts als Label in der Kopfzeile neben dem Namen.

Zwei gleiche Chatfenster: links steht der Hinweis KI-Assistent klein unter dem Eingabefeld, rechts als Label in der Kopfzeile.

Generierte Inhalte kennzeichnen: Icon, Text, Platzierung

Für Deepfakes und veröffentlichte KI-Texte hat die EU-Kommission im Juni 2026 drei Icons veröffentlicht: ein Basis-Icon, eines für „vollständig KI-generiert“ und eines für „teilweise mit KI verändert“. Sie sind frei nutzbar, als SVG und PNG, in Schwarz, Weiß und halbtransparent. Die Nutzung ist freiwillig, und die Icons allein belegen laut Kommission nicht, dass du die Pflicht erfüllst.

Für die Platzierung gibt die Kommission klare Regeln vor. Das Label muss spätestens beim ersten Kontakt mit dem Inhalt erkennbar sein, darf nicht von anderen Elementen überdeckt werden und soll direkt im Inhalt sitzen. Wird ein Bild heruntergeladen oder geteilt, muss das Label sichtbar bleiben. Bei Texten gehört es an den Anfang, also zur Autorenzeile oder vor die Überschrift, nicht in den Footer (ppc.land).

Nutzertests der Kommission haben laut ppc.land gezeigt, dass das Icon mit einem kurzen Text besser verstanden wird. Noch klarer wird es, wenn der Text sagt, was die KI gemacht hat. „Mit KI zusammengefasst aus 24 Bewertungen“ sagt mehr als „KI“.

Bei Listen hilft ein Muster aus dem Design System von AWS. Wenn alle Einträge von der KI stammen, steht das Label an der Überschrift der Gruppe statt an jedem einzelnen Eintrag (Cloudscape).

Auch hier zeigen echte Produkte, wie es aussehen kann:

  • Tripadvisor überschreibt die Zusammenfassung von Bewertungen mit „Reviews summary“ und sagt direkt darunter, dass sie von KI erstellt wurde und auf welchen Bewertungen sie beruht. Dazu kommen ein Badge „Powered by AI“.

  • Reddit setzt bei den „Trendspotting“-Themen einen Satz an den Anfang der Seite: Die Themen wurden von KI zusammengefasst. Ein Hinweis für die ganze Liste.

  • Canva zeigt unter KI-erzeugten Bildern den Hinweis „These images are created with AI“. Der Hinweis steht neben dem Bild, nicht darin. Nach einem Download ist er also nicht mehr zu sehen. Ob die Datei maschinenlesbare Metadaten enthält, sieht man im Screen nicht.

  • eBay weist Verkäufer darauf hin, KI-erzeugte Bilder zu prüfen, bevor sie sie in ihre Angebote übernehmen. Daran sieht man die Rollen gut: Die Plattform stellt die KI bereit, veröffentlicht wird das Bild vom Verkäufer.

Die nächste Grafik zeigt zweimal denselben Inhaltsblock mit dem Label „KI-generiert“: links klein im Footer, rechts über dem Inhalt.


Zwei gleiche Inhaltsblöcke: links steht KI-generiert klein im Footer, rechts als Label über der Überschrift.

Beispiele: 6 Muster für die KI-Kennzeichnung im Interface

Wie das in einem Produkt aussehen kann, zeigen sechs Muster. In allen sechs steht der Hinweis dort, wo der Blick ohnehin hinfällt.

  1. Label in der Kopfzeile: Neben dem Namen des Assistenten steht dauerhaft „KI-Assistent“. Der Hinweis bleibt sichtbar, egal wie lang der Verlauf wird.

  2. Hinweis in der ersten Nachricht: Der Assistent stellt sich als KI vor und sagt gleich dazu, wie man einen Menschen erreicht.

  3. Label an jeder Antwort: Unter jeder KI-Antwort steht ein kleines Label. Das hilft, wenn im selben Chat Menschen und KI antworten.

  4. Label über der Zusammenfassung: Ein Label über dem Block und eine Zeile darunter sagen, dass die KI den Text aus 24 Bewertungen zusammengefasst hat.

  5. Label im Bild: Das Label sitzt im generierten Bild selbst. So bleibt es auch nach dem Herunterladen sichtbar.

  6. Label am KI-Vorschlag: Der Vorschlag ist farbig abgesetzt und als KI-Vorschlag gekennzeichnet. Die Person entscheidet selbst, ob sie ihn übernimmt.

Sechs nachgebaute Oberflächen mit KI-Kennzeichnung: Label in der Chat-Kopfzeile, Hinweis in der ersten Nachricht, Label an jeder Antwort, Label über einer Bewertungs-Zusammenfassung, Label im generierten Bild und Label an einem KI-Vorschlag im Editor.

So wird deine KI-Kennzeichnung barrierefrei

Artikel 50 verlangt ausdrücklich, dass die Hinweise barrierefrei sind. Ein KI-Label, das nicht jeder sieht, erfüllt die Pflicht also nicht.

Diese Punkte solltest du prüfen:

  • Text statt nur Icon. Ein Icon allein braucht einen zugänglichen Namen oder Alternativtext, zum Beispiel „KI-generiert“ (WCAG 1.1.1 und 4.1.2).

  • Kontrast. Text im Label mindestens 4,5:1 zum Hintergrund, das Icon mindestens 3:1 (WCAG 1.4.3 und 1.4.11). Eine hellgraue Mini-Zeile unter dem Eingabefeld kann genau daran scheitern. Wie du Kontraste prüfst, steht in Barrierefreie Farben & Farbkontraste.

  • Nicht nur Farbe. Manche Tools zeigen KI-Text in einer anderen Farbe an, die Schreib-App iA Writer zum Beispiel in Grau. Als einzige Kennzeichnung reicht das nicht, weil nicht alle Menschen Farben unterscheiden können (WCAG 1.4.1).

  • Reihenfolge. Der Hinweis steht im Code vor dem KI-Inhalt. Dann sagt der Screenreader ihn zuerst an und nicht erst nach drei Absätzen (WCAG 1.3.2).

  • Keine flüchtigen Hinweise. Was automatisch verschwindet, muss lange genug sichtbar bleiben oder sich wieder aufrufen lassen (WCAG 2.2.1).

  • Einfache Sprache. „Diese Antwort hat eine KI geschrieben“ versteht jeder. „Generiert mit LLM-gestützter Inferenz“ nicht.

  • Zweite Ebene erreichbar. Ein „Mehr erfahren“ hinter dem Label muss per Tastatur und Screenreader erreichbar sein, nicht nur per Mouseover.

  • Ton und Bild. Ein Voice-Bot sagt den Hinweis an. Ein KI-Video braucht den Hinweis auch für Menschen, die den Ton nicht hören.

Die Kriterien im Detail findest du in meiner WCAG-Checkliste.

Schadet ein KI-Label dem Vertrauen?

Teilweise, und zwar an einer Stelle, an der man es nicht erwartet. In einem Experiment mit 433 Teilnehmenden wirkten korrekte Posts zu Lebensmittelsicherheit und Krankheitsvorbeugung mit KI-Label weniger glaubwürdig als ohne. Falschinformationen mit KI-Label wirkten dagegen glaubwürdiger (Lin & Zhang 2026, JCOM). Eine zweite Studie mit 207 Teilnehmenden fand, dass KI als Nachrichtenquelle generell als weniger glaubwürdig gilt, das Label aber kein Gefühl von Manipulation auslöst (Morosoli et al. 2025, AIES).

Beide Studien haben Nachrichten und Social-Media-Posts untersucht, keine SaaS-Oberflächen. Eine Richtung zeigen sie trotzdem: Ein Label allein sagt Nutzern nicht, wie sehr sie dem Ergebnis trauen können. Die Forschenden hinter der ersten Studie schlagen vor, das Label mit einem Hinweis zu kombinieren, ob der Inhalt geprüft wurde.

Im Interface kannst du darauf reagieren. Sag dazu, was die KI gemacht hat, worauf das Ergebnis beruht und ob ein Mensch es geprüft hat. Tripadvisor schafft zwei der drei Punkte mit einem Satz unter der Überschrift: „This summary was created by AI, based on recent reviews.“

Fazit & nächste Schritte

Die KI-Kennzeichnung ist seit August Pflicht, und das meiste davon ist Interface-Arbeit. Ein Satz im Kleingedruckten reicht nicht. Ein Hinweis zu Beginn des Chats, ein Label mit Text an generierten Inhalten und ein sauberer Screenreader-Test decken die meisten Fälle ab.

So gehst du vor:

  1. Liste alle Stellen in deinem Produkt auf, an denen eine KI mit Nutzern spricht oder Inhalte erzeugt.

  2. Kläre für jede Stelle, ob du Anbieter oder Betreiber bist und ob die KI für Nutzer offensichtlich ist.

  3. Gestalte den Hinweis dort, wo der erste Kontakt passiert: im Chat-Kopf, in der ersten Nachricht, am Anfang des Inhalts.

  4. Prüfe Kontrast, Alternativtext und Lesereihenfolge, und hör dir den Hinweis einmal mit einem Screenreader an.

  5. Wenn dein Produkt Bilder, Audio, Video oder Text erzeugt und schon vor August auf dem Markt war: Die maschinenlesbare Markierung muss bis zum 2. Dezember 2026 stehen.

Häufig gestellte Fragen zur KI-Kennzeichnung

Muss ein Chatbot auf meiner Website oder in meiner App als KI gekennzeichnet werden?

In den meisten Fällen ja. Seit dem 2. August 2026 müssen Menschen erfahren, dass sie mit einer KI interagieren, außer es ist für eine verständige Person offensichtlich. Die EU-Kommission legt diese Ausnahme eng aus, und die Pflicht gilt auch für Chatbots, die sich an Fachleute richten.

Wie formuliere ich den KI-Hinweis im Chatbot, und wann muss er erscheinen?

Der Hinweis muss ab der ersten Interaktion da sein, also vor oder mit der ersten Antwort. Ein kurzer Satz wie „Du schreibst mit unserem KI-Assistenten“ auf dem Startscreen und ein Label „KI-Assistent“ in der Kopfzeile reichen meist. Biete dazu einen Weg zu einem Menschen an.

Reicht ein Sparkle-Icon als KI-Kennzeichnung?

Meistens nicht. Ein Icon ohne Text wird nicht von allen verstanden und vom Screenreader nur angesagt, wenn es einen zugänglichen Namen hat. Kombiniere das Icon mit einem kurzen Text wie „KI-generiert“ oder „Mit KI zusammengefasst“.

Welche EU-Icons gibt es für KI-generierte Inhalte, und muss ich sie verwenden?

Die EU-Kommission hat im Juni 2026 drei Icons veröffentlicht: ein Basis-Icon, eines für vollständig KI-generierte und eines für teilweise mit KI veränderte Inhalte. Sie sind frei nutzbar, aber freiwillig. Entscheidend ist, dass deine Kennzeichnung klar erkennbar, früh sichtbar und barrierefrei ist.

Muss ich KI-Zusammenfassungen oder KI-Vorschläge in meiner SaaS-App kennzeichnen?

Nicht automatisch nach Artikel 50. Pflicht ist die sichtbare Kennzeichnung vor allem bei Chatbots, Deepfakes und veröffentlichten KI-Texten zu Themen von öffentlichem Interesse. Für deine Nutzer ist ein Label trotzdem sinnvoll, weil sie KI-Ergebnisse anders prüfen sollten als Inhalte von Kollegen.

Wie mache ich eine KI-Kennzeichnung barrierefrei?

Setz auf Text statt nur auf ein Icon, achte auf Kontrast (4,5:1 für Text, 3:1 für Icons) und kennzeichne nicht nur über Farbe. Der Hinweis gehört in der Lesereihenfolge vor den KI-Inhalt, und Zusatzinfos müssen per Tastatur und Screenreader erreichbar sein.

Was gilt seit dem 2. August 2026 und was bis zum 2. Dezember 2026?

Seit dem 2. August 2026 gelten alle Transparenzpflichten aus Artikel 50, also auch Chatbot-Hinweise und die Kennzeichnung von Deepfakes. Nur für die maschinenlesbare Markierung generierter Inhalte haben Systeme, die vorher schon auf dem Markt waren, Zeit bis zum 2. Dezember 2026.

Senkt eine KI-Kennzeichnung das Vertrauen der Nutzer?

Studien aus dem Nachrichtenbereich zeigen, dass ein KI-Label korrekte Inhalte weniger glaubwürdig wirken lassen kann. Ein Label allein ist also zu wenig. Sag dazu, was die KI gemacht hat und ob ein Mensch das Ergebnis geprüft hat.

Quellen


Bild des Autors - Patrick Hupka

Patrick Hupka

Freelance UI/UX Designer mit 16+ Jahren Erfahrung. Ich gestalte intuitive, nutzerzentrierte digitale Produkte. Mein Ziel: Technologie mühelos nutzbar machen und echten Mehrwert schaffen.

Du hast Fragen oder willst ein Projekt starten?

Lass uns gerne unverbindlich dazu sprechen, ob und wie ich deinem SaaS helfen kann.